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Zum Werk von Erwin Rehmann

Das künstlerische Werk von Erwin Rehmann ist einzigartig. Rehmann hat sich nie einer Mode, einem "Ismus" unterworfen, sondern hat in jahrzehntelangem, eigenständigem Ringen eine eigene, faszinierende künstlerische Sprache entwickelt. Dieses Werk sprengt den Rahmen des herkömmlichen "Kunst-Werks", indem es uns zu Grundfragen unserer Zeit und des Menschen herausfordert. "Als Bildhauer möchte ich plastische Gebilde hervorbringen, die nicht nur von meiner menschlichen Einzelexistenz zeugen, sondern auch von meinem Verhältnis zum geistigen Grund der Gesamtschöpfung", notiert Erwin Rehmann in seinem Tagebuch.

Erwin Rehmanns grafische Werke

Karel Odink fotografierte viele der grafischen Arbeiten von Erwin Rehmann. Eine Auswahl finden Sie hier

Die künstlerische Entwicklung

• Nach einzelnen, Mitte der 40er Jahre entstandenen Stilleben und Landschaften beschränkt sich Rehmann in der Folge auf die Plastik und modelliert bis Ende des Jahrzehnts Porträtbüsten und Akte in Gips im Stil seines Lehrers Eduard Spörri.
• Um 1950 führt die Auseinandersetzung mit dem Impressionismus Auguste Rodins und dem Jugendstil zu organisch abstrahierten, allmählich durchbrochenen Schalengebilden in der Art Jean Arps und Henry Moores.
• 1952 Übergang zur Ungegenständlichkeit in Werken mit stereometrischen Gerüsten und organischen Formen.
• 1953-58 teils mit künstlicher Lichtquelle versehene, kugel- und sternförmige Raum- und Lichtplastiken in Metall und Gips.
• Als ein Höhepunkt in Rehmanns Schaffen entstehen 1959-1963 Eisenplastiken in Gestalt geschweisster Strahlenbündel mit eruptivem Kern oder horizontal-vertikaler Raumstrukturen. Letztere entwickeln sich zu Plattenreihen auf Stäben, denen monumentale, bisweilen aufgerissene Eisenwände folgen.
• 1963 Hinwendung zu Plastiken in getriebenen und geschweissten Bronzeblechen in Kreuz-, Schild- und Stelengestalt.
• 1967-69 entstehen Schnittplastiken aus verschweissten Bronzestäben und Messingblechen, die mit der Bandsäge in Scheiben getrennt werden.
• 1970 beschäftigt sich Rehmann mit offen gegossenen Chromstahlschildern und -reliefs, an die sich baumartige Kreationen in Bronze anschliessen.

• Nach 1976 tritt das Material in den Vordergrund, das mit technischem Raffinement geformt wird. Bronzelegierungen werden in "direktem Guss" in eine Negativform gegossen. Je nach Legierung und Art des Giessens erhalten die archaisch anmutenden Werke beim Erkalten Furchen und Wirbel. Manchmal poliert Rehmann geometrische Formen heraus.
• Seit 1979 verzichtet er beim Guss auf eine Hohlform. Zuerst entstehen Tropfenschnittplastiken mit ausgefransten, sich überlagernden Verästelungen.
• Seit 1980 verwendet der Künstler beim offenen Guss ein Tragskelett, auf das er seine rechtwinkligen Raumgusswände mit verschiedenfarbigen, über- und ineinanderfliessenden Bronzelegierungen aufgiesst, die wie metallische Gewächse wirken.
In den 80er und 90er Jahren entstehen insbesondere im Kanton Aargau und in der Stadt Zürich zahlreiche Brunnen- und liturgische Bronzeplastiken, die unter Einbezug natürlicher und künstlicher Lichtführung eine raumgestalterische Dramaturgie und einen das ganze Gotteshaus durchziehenden Gestaltungswillen offenbaren.
• Seit Anfang der 90er Jahre arbeitet Erwin Rehmann auch in Keramik und auch mit dem Kunststoff Acryl. Neue Sichtweisen und eine neue künstlerische Sprache haben sich daraus ergeben.


Erwin Rehmann
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